BARF für Hunde

BARF – Biological Appropriate Raw Food.
oder
Biologisch Artgerechtes Rohes Futter.

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BARF gibt es mittlerweile ja auch für Katzen. Aber eigentlich wurde es für Hunde entwickelt (kann man da überhaupt “entwickelt” sagen??).
Mit Katzen ist das ganze ja eh nochmal etwas anders und damit kennen ich mich eigentlich auch nicht aus.

Artikel: Ist das normal? (Ist es nicht!)

Es gibt auch mehr als eine “Richtung” davon. Und natürlich glaubt jeder Zweig er sei das einzig wahre.
Für verwirrte und etwas überforderte (was bei der Flut an zu findenden Informationen online kein Wunder ist…) Anfänger gibt es sogar Fertig-BARF. Also alles in einer “Tüte”, fertig gemischt.
Bin nur bedingt ein Freund davon, weil die Zusammensetzung oft naja ist oder nicht richtig klar ersichtlich. Außerdem muss man es immer so nehmen wie es ist.
→ Hier mal ein Artikel zum Thema: Der Weg durch den Fertig-BARF-Dschungel .
Ja, es gibt sogar etwas das nennt sich “Trocken-BARF”!
Naja. Ich persönlich halte davon jetzt nicht so viel. Trocken ist nie gut. Aber immerhin besser als Trockenfutter. FeFu (Fertigfutter), meine ich.
Während Hunde das fehlende Wasser in der Nahrung noch ausgleichen mit “Nachtanken” tun Katzen das nicht (da ursprünglich Wüstentiere, trinken sie immer zu wenig wenn sie mit trockenem FeFu ernährt werden).

Auf dieser Seite will ich nicht im Detail auf die verschiedenen BARF-Richtungen eingehen, dafür gibt es Suchmaschinen die euch das erklären können.
Ich will einfach generell ein wenig was drüber sagen. Auch beeinflusst durch meine persönlichen Erfahrungen damit.

BARF ist für jeden Hund geeignet. Egal wie groß oder klein, egal ob jung, alt, gesund oder krank.
Man kann in jedem Lebensabschnitt anfangen zu BARFen, es ist nie zu spät – selbst wenn dein Hund schon alt ist 😉
Das ist das tolle!

Tja, wieso BARFe ich denn jetzt?

Angefangen haben ich mitte/ende 2015. Irgendwann im Herbst, als mein erster Hund immer kranker wurde.
Es ging ihr damit auch nochmal ne ganze weile gut bzw besser als zuvor bis sie starb, aber zu retten war da leider schon nix mehr. Nieren zu stark geschädigt, Magen-Darm ordentlich gebeutelt. Wir hatten ständig Probleme und irgedwann wurde sie dann eingeschläfert als es gar nicht mehr ging.
Natürlich hab ich mich gefragt wieso sie so krank wurde. Auch ist unsere Katze nie wirklich gesund gewesen (sie starb schon ein paar Jahre vor dem Hund) und auch da fragten wir uns warum.
Nachdem ich nun einige hochinteressante Bücher gelesen habe (mehr dazu auf der Unterseite ‘Empfehlendwerte Litareatur’ hier im Hundethema) wusste ich auch genau warum das so war und somit war Rohfütterung die einzige alternative.
Das Fazit war klar: Unsere Tiere wären nicht so krank gewesen wenn wir sie von Anfang an gleich natürlich gefüttert hätten.
Ich BARFe also damit mein zweiter Hund nicht so endet wie unser erster und unsere Katze.

Oft wird behauptet man könne das selber nie machen ohne quasi Ernährungsexperte für Hunde (oder Katzen) zu sein.
Ich würde sagen: Jein. Ganz so ist es nicht.
Man muss kein THP oder Ernährungsexperte sein, aber ein Grundwissen sollte man sich schon aneignen bevor man losfüttert.
Aber es ist wirklich nicht so schwer wie manche Leute einem immer einreden wollen – jedoch ganz so einfach auch wieder nicht wie es manchmal dargestellt wird. Es müssen schon gewisse Dinge stimmen/beachtet werden damit der Hund auch alles hat was er für ein gesundes Leben braucht.
Allerdings muss man auch nicht so overboard gehen wie manche die anfangen mit “hier ist eine Seite die einen Bedarfswertrechner für alle Nährstoffe, rechne jede Mahlzeit für deinen Hund da durch, sonst wird er sterben!” (naja, nicht mit exakt diesen Worten, aber ihr wisst schon was ich meine).
Das so zu komplizieren ist ja wie in der Tierfuttermittelindustrie! Jeder Nährstoff zu jeder Mahlzeit… Bedarfswertrechner für alles…

Wobei man natürlich auch sagen muss: Man sollte nicht übertreiben mit Bedarfwertrechnern und die komplette Mahlzeit des Hundes zur Mathematik machen, aber das ein gewisser Bedarf an grundlegenden Dingen wie Kalzium da ist, ist ja klar.
Man darf also nicht “Bedarfswertrechner für all Inhaltsstoffe ist übertrieben” verwechseln mit “man braucht kein Grundwissen darüber was der Hund zu sich nehmen sollte damit es ihm gut geht”.

Dennoch sollte man sich auch nicht verrückt machen lassen mit den vielen sogenannten Regeln die man ja so unbedingt und stur einhalten “muss”…
Es sind eigentlich wenige Regeln die man wirklich einhalten sollte um ausgewogen zu BARFen. Alles andere sind eher persönliche Ansichten und Vorlieben des jeweiligen Hundebesitzers oder ligen dem Geschmack/der Unverträglichkeiten des einzelnen Hundes zugrunde.
Nicht jedem Hund schmeckt alles.
Nicht jeder Hund verträgt alles.
Noch etwas kniffliger wird es wenn bereits ernsthafte Erkrankung (Nieren, Magen-Darm etc) vorliegt. Dann sollte man sich wirklich Hilfe suchen von einem in der Ganzheitsmedizin tätigen und BARF bewanderten Tierartzt, Tierheilpraktiker oder BARF-Berater.
(Mehr zum Thema ‘Kranker Hund und BARFen?’ weiter unten!)

Generell ist BARFen kein Hexenwerk und meist eine Mischung aus dem was gesund ist und der Hund braucht, aus dem was dem Hund schmeckt und dieser verträgt (mein ist z.B. super sensiebel im Magen-Darm und verträgt noch lange nicht alles!) & aus dem von dem man selbst überzeugt ist.
BARF verkommt zwar mehr und mehr zur Glaubensfrage, aber davon sollte man sich nicht abschrecken oder beirren lassen. In Foren herscht regelrechter Krieg unter FeFu-Fütterern und BARFern.
Auch die BARFer der verschiedenen Richtungen streiten sich wer denn nun das einzig richtige BARF anwendet.
Alles Blödsinn, wenn ihr mich fragt.
Wir allen wollen doch nur das beste für unsere Hunde und egal was oder wie wir füttern, es ist wohl immer das woran derjenige Glaubt, das wovon er überzeugt ist.
Ich bin von FeFu schon länger nicht mehr überzeugt, darum BARFen wir jetzt.
Man sollte es nicht immer so ins komplizierte ziehen, das schreckt manche Leute die Interesse dran haben vielleicht ab und das finde ich schade.

Denn BARFen ist einfach nur Hunde füttern. Keine Wissenschaft und keine Religion.

Taschenrechner braucht man da vielleicht nur am Anfang. Für wenige Dinge.
Z.B. wenn es darum geht das 15-20% Fett in der Tagesgesamtmahlzeit enthalten sein sollten. Das hängt dann ab von der Menge Fleisch die man füttert. Die Menge Fleisch hängt wiederum davon ab wie schwer der Hund ist. Aber sowas rechnet man einmal aus und fertig.
Über Zusätze beim füttern lässt sich natürlich auch streiten aber darüber gibt es eine extra Seite hier im blog.

Ansonsten: Einfach nicht so übertreiben mit allem (wie Kräuter, Knochenfütterung oder Zusatzprodukten) und nicht alles so Kompliziert machen.
Ich weiß, dass ist schwierig am Anfang, wenn einem doch die Futtermittelindustrie vorgegaukelt hat (meist seit wir klein waren) das Hunde füttern eine Wissenschaft ist und daher nur die Industrie, die die Weisheit wohl mit Löffeln gefressen hat und für alles Wissenschaftler und Experten hat, in der Lage ist unsere Vierbeiner zu ernähren.
Das aber seit der Einführung der Fertigkost für Hund und Katz die Zahl der kranken Tiere gestiegen ist erwähnt niemand. Auch nicht in der schönen buten Fernsehwerbung gewissen Hersteller namhafter, bekannter Futtermarken (ich will keine Namen nennen aber die, die am meisten Werbung machen “verbauen” den meisten Mist in ihrem Futter). Zivilisationskrankheiten bei Tiere werden als gegeben hingenommen und niemand hinterfragt irgendwas.
Aber genau wie beim Menschen fallen Erkrankungen im seltensten Fall einfach so vom Himmel. Wäre ja so wie wenn jemand immer nur Fastfood in sich reinschaufelt und dann behauptet wird die daraus erfolgenden Gesundheitsschäden kommen in keinem Fall von diesem Essen.
Bitte! ㄱ_ㄱ
Nur in diesem Fall weiß man aus Studien das Fastfood die Wurzel des Übels ist und so eine (einseitige) Ernährung nicht anzustreben ist.
Wieso tun wir das also unseren Tieren an? Denn meiner Meinung nach ist Fefu ist nichts anderes als Fastfood für Tiere. Also wieso?
Unwissenheit und der Glaube an das was uns seit der Kindheit vermittels wurde, dürften da wohl die häufigsten Antworten sein.

Jemand hat mal in ihrem Blog geschrieben:
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” Habe ich vorher auch noch geglaubt, dass im Fertigfuttermittel alles drin sei, was mein Schnuz so braucht, hab ich mich relativ schnell entschieden, auf BARF umzustellen. Am Anfang sind mir dabei auch noch massig Fehler passiert. „Einfach Fleisch in den Napf und gut“ ist eben auch keine Lösung und BARF nicht so einfach aber eben auch nicht so kompliziert wie häufig behauptet wird. Buch um Buch veränderte sich meine Futterroutine. Seminar um Seminar wird man sicherer und irgendwann ist es einen sprichwörtlich in Fleisch und Blut übergegangen. “

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Solche oder so ähnliche Aha-Elebnisse hatten schon viele als sie die Fütterung umgestellt haben. Die Erkenntnis kommt. Auch die, das man nicht einfach “Fleisch in den Napf” machen kann. Seminare braucht man nicht unbedingt, man kann Bücher lesen und sich im Internet schlau machen. Also ein weiteres KANN, kein MUSS. Aber wer zu Seminaren gehen möchte kann das natürlich gerne tun!
Es ist alles in allem nicht so wild, es gibt genug Infoseiten im Netz bei denen man sich einen ersten Eindruck holen kann. Oder sich sogar beraten lassen kann:
http://www.barfers.de/
http://www.barfinfo.de/
http://beute-konzept.info/
(Oder ihr werft gleich einen Blick auf die Unterseite zum Thema BARF Infoseiten. Dort geht es auch um spezielle Themen in der Rohfütterung von Hunden.)

Die größte Herausforderung ist wohl die Lagerung.
Gefriertruhe und/oder großes Fach im Kühlschrank sind sehr von Vorteil. Ich möchte fast sagen eigentlich unverzichtbar. BARF braucht platz in den Kühl- bzw Gefriergeräten.
Ich kenne niemanden der diese Mengen Fleisch jeden Tag frisch irgendwo holt. Wer hat denn Zeit 3 mal in der Woche zum Schlachthof zu fahren? (oder Supermarkt, wo auch immer man es holen möchte oder kann). Man holt ja nicht immer nur die 500g die man so täglich braucht. Aber vielleicht gibt es diese Leute ja sogar irgendwo. Jedenfalls handelt es sich hier bei nicht um die Mehrheit der Hundebesitzer, so glaube ich. 😉
Zum Glück gibt es ja genügend online shops die einem das Leben via Frostfleisch-Vertrieb leichter machen.
Wie beispielweise…
https://www.tackenberg.de/
http://www.haustierkost.de/
http://www.barf-store24.de/
https://www.frostfutter-plauen.de/

um nur mal eine Handvoll zu nennen. Bei gewissen Suchmaschinen im Inet findet man noch viele mehr.

Ich hab immer 2 Tage Futter fertig hergerichtet im Kühlschrank. Der Rest ist eingefrohren.
Ich nehme immer an einem Tag die Tagesrationen raus und stell wieder ein neues Päckchen Fleisch für den übernächsten Tag geöffnet in den Kohlschrank damit es bis in ca. 24 Stunden aufgetaut ist zum aufteilen (bin immer einen Tag voraus denn am Morgen muss ja schon gefüttert werden und zwar von meiner Mutter – da sollte ja schon alles fertig sein, ich bin in der Arbeit).

Ich hab mir kleine Dosen angeschafft in die die Menge Fleisch die mein Hund bekommt mit etwas Gemüse und Kräuter rein passt. Tupperdosen eben. So lässt sich das am einfachsten verstauen und wenn meine Mutter den Hund füttert ist es für sie wie immer nur Dose auf, Dose zu. Sie kann nichts falsch machen.
Wenn der Hund was extra kriegt schreib ich ihr auf was sie ihr geben soll.
Kein Drama mit der Frischfütterung. Es ist super einfach für sie obwohl sie sich nicht wirklich damit auskennt.
Zubereitungsdauer ist so ca. 20 Minuten bis ich alles aufgeteilt und wieder verräumt habe. Jeden Tag. Damit kommen wir zum nächsten Thema.

Ein ebenfalls “viel bemängelter” Faktor der Gegner: Der Zeitaufwand.
Ja, sicher.
Päckchen auf, Päckchen zu ist bei Trockenfutter oder Dose erstmal schneller. Aber wenn ich am Tag nicht mal ne knappe halbe Stunde Zeit habe mich mit Dingen rund um mein Tier zu befassen sollte ich mir vielleicht was anderes für meine Freizeit überlegen als Haustiere.
Es ist schlicht und ergreifend lächerlich das als “Negativfaktor” hinzustellen.
Ja, vielleicht brauchen andere keine 20 Minuten um das Menü ihres Haustieres zusammenzustellen. Dafür füttern die aber weiterhin den Müll (und was anderes ist es nicht, lest mal Bücher drüber!) und ich füttere vernüftiges Fleisch. Da weiß ich wenigstens was mein Hund gefressen hat.
Das ist mir der “Aufwand” in dem Fall dann schon wert.

Was man auch häufig hat ist dieses “aber kranke Tiere brauchen Spezialfutter”-Ding.
Gerade kranke Tiere profitieren von BARF – ist es doch für die Verdauung und den gesamten Organismus weniger belastend als FeFu das aus allem möglichen besteht, wenn’s trocken ist auf jeden Fall auch aus sehr viel Getreide.
Ich hab mal einen schönen Ausspruch gelesen: Hunde sind keine Tauben 😉
Das nur am Rande. Also weg mit dem “Vogelfutter”!

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Nun sind wir aber schon beim Thema also machen wir doch glatt dort weiter:

➤ Kranker Hund und BARF?

Ja, das geht!
Vielen kranken Tiere hilft das sogar enorm, da nicht wenige Krankheiten oder lästige Beschwerden (Ausschlag etc) von falschem Futter kommen.
Ich würde es aber von der vorhandenen Krankheit im Einzelfall abhängig machen wie man da genau ran geht. Solange es sich nur um Allergien, Futtermittelunverträglichkeit oder Duchfall trotz zig Trockenfutter die man ausporbiert hat handelt kann man einfach mal auf Fleisch umstellen und sehen was passiert – schlimmer kann es in den seltensten Fällen werden.
Wenn es sich aber um etwas “handfestes” handelt wie erkrankte Organe oder wenn der Hund bereits Cortison, Antibiotika oder sonst was bekommt sollte man da nicht allein rumpfuschen.
Man sollte sich in jedem Fall die Hilfe eines in der Ganzheitsmedizin tätigen oder bewanderten TA oder Tierheilpraktier zukommen lassen.
Man kann nämlich nicht sagen das Rohfütterung alle Schäden die zuvor verursacht wurden einfach so heilen kann. Manchmal können die Beschwerden verschwinden, manchmal sind die Tiere aber auch schon so geschädigt das man bestenfalls noch “runter regeln” kann. Aber Medikamente reduzieren ist besser als den Hund sein ganzes Leben lang die volle Dröhnung zukommen zu lassen. Je weniger Medis umso besser – ist ja schließlich auch alles mehr oder weniger Gift und belastet den Organismus.
Und um das in kontrolliertem Rahmen zu gestalten sollte da auf jedenfall eine sachverständige Person die Oberaufsicht führen.
Meistens geht dann eine Entgiftung und Darmsanierung voran (unter letzterem versteht einen generellen Aufbau der Darmflora/Verdauung). Da gibt es verschiedene Mittel, aber darüber werde ich auf der Unterseite Futterzusätze beim BARFen schreiben, da dieses Thema bei uns auch sehr aktuell ist.

Manchmal können aber auch schon kleinere Wehwehchen als schwere Krankheiten zu mittelschweren bis schweren Kriesen beim neu-BARFer führen.
Wie schön es auch wäre wenn alles nach einer Umstellung auf Rohfleisch Sonnenschein und Regenbogen wäre: Bei ca. 50% gibt es Anlaufschwierigkeiten, würde ich sagen. Diese liegen entweder in unserem Unwissen bei der Fütterung begraben oder beim Hund der noch nicht so schnell von FeFu auf frisch umschalten konnte.
In internet gibt es auch zu diesem Thema haufenweise Beiträge in Foren.

Anhand von den folgenden Screenshots wollte ich euch mal so einen typischen Fall zeigen (+ die typischen Antworten… vorallem die der anti-BARF-Fraktion, die mehr oder weniger immer gleich ausfallen):

Meine Kommentare hierzu:
– Bei sensieblen Hunden kann es in der Anfangsphase schon mal zu Magenbeschwerden kommen. Oder auch Durchfall. Das ist ganz normal!
Man sollte dann vielleicht mit Schonkost anfangen, wenn man so ein Sensiebelchen hat. Naturreis mit Hühnchen (oder jeglicher anderer Art von Fleisch – hauptsache ohne Bindegewebe aka Haut & so wenig wie möglich Fett, es sollte sehr mager sein) oder Karotten.. Kartoffel. Bei ganz empfindlichen Fällen wo vielleicht schon eine Getreideunverträglichkeit im Raum steht würde ich auch keinen Reis geben.
Eventuell könnte man auch über die zusätzliche Gabe von Slippery Elm (Ulmenrinde) oder Heilerde (z.B. Luvos “Magenfein”) nachdenken (aber bitte nicht zum Futter sondern 1 Std abstand halten).
Das gilt für generell mangesenempfindliche Tiere: Man kann das Fleisch zunächst auch ruhig kochen/in eine schwabs Wasser dünsten. Gekochtes Fleisch entlastet den Magen. Manche Hunde haben eben Schwierigkeiten sich nach Jahren mit FeFu auf frischen umzustellen. Man muss dann einfach mal einen Schritt zurück gehen und es ihnen leicht machen mit leichter, gekochter kost. Sicher ist das dann nicht roh, aber man kann sich ja langsam rantasten. Wenn’s klappt einfach mal etwas mehr Fleisch geben, Gemüseanteil reduzieren, dann das Fleisch immer etwas weniger kochen und irgendwann roh füttern.
– Nicht zu unterschätzen ist auch das man aus lauter Übermut durcheinander füttert. Viele verschiedenen Fleischsorten, denn der Hund soll ja abwechslung haben! Naja, wenn der Hund empfindlich im Magen ist rächt sich das promt. Lieber ein paar wochen bei einer Fleischsorte bleiben und wenn die gut vertragen wird eine weitere dazu nehmen. Der ganze Organismus muss sich erstmal dran gewöhnen das es jetzt was anderes zu futtern gibt.
– Das hier der TA gleich zum nächsten FeFu rät finde ich nicht besonder überraschend. Sie kenne sich mit BARF in den wenigsten Fällen aus, die Materie ist ihnen fremd. Blöd dastehen wollen sie auch nicht, also rät man zu dem was einem im Studium gepredigt wurde.
Ja, die Futtermittelindustrie hat schon in Studium der Ärtze die Finger drin! Stellen teilweise sogar die Lehrbücher in denen “FeFu ist das, was der Vierbeiner braucht! Das beste!” drin steht. Also was soll der TA denn dann anderes machen?
Als Yuna zu anfang gleich mal 2 Wochen lang Durchfall hatte sind wir auch besorgt zu TA und fragten was man da machen kann bzw. an was das liegt. Ratet mal was die Antwort war? Genau. Hund würde wohl kein Fleisch vertragen, sollte zurück zu FeFu. Erstmal für 2 Monate. Einen richtigen Rat hatte er nicht, aber dafür gleich nen Pack Trockenfutter zur Hand.
Da wir sowieso kein Fleisch mehr Zuhause hatten haben wir es mit und mal 2 Wochen lang gefüttert. Zeitgleich noch eine art Aufbaupaste für den Darm bekommen. Es hat so naja funktioniert. Wenigstens ging der Durchfall weg.
Was ich aber erst später festgestellt habe, war, das Yuna keine Innereien verträgt. In dem was sie damals bekommen hatte war überall etwas Pansen mit bei. DAS WAR DIE URSACHE!
Wir habe kein FeFu mehr gekauft und einfach langsam angefangen mit Fleisch und Karotten.
– Man kann somit auch selber viel machen in dem man überlegt: Was hab ich eigentlich jetzt alles gefüttert? War es Fertig-BARF? Sind da vielleicht Komponenten enthalten die der Hund nicht verträgt? Innereien? Reis? Oder verträgt er diese gesamte Sorte Fleisch nicht? Es gibt Hunde die vertragen nur bestimmte Sorten Fleisch nicht. Man muss ausloten und ggf. eben kochen und sich rantasten wenn’s gar nicht anders geht.
– Es gibt auch noch die Möglichkeit das der Hund vielleicht nie ROHES Fleisch vertragen wird. Manchen schlägt das immer auf den Magen. Der Magen hat dann vielleicht schon zu sehr gelitten. Nicht jeder Hund ist gleich. Manche fressen 14 Jahre lang FeFu, haben nur wenig Beschwerden die man als “Alterserscheinung” abtun kann und sterben im Schlaf (an was auch immer). Andere sind mit 2 Jahren schon komplett durch was Mange-Darm angeht und behalten nix mehr drin.
Es gibt Hunde die können Fleisch nur vertragen wenn es gegahrt wurde. Und das wäre ja auch ok. Gegahrtes Fleisch ist besser als keins. Dann ist es eben nicht roh. Was soll’s. Wenn es dem Hund helfen würde? Man muss es ja nicht totkochen, sondern kann es ja sanft köcheln lassen (immer in nem guten schwabs Wasser und das Wasser mitverfüttern – da schwimmen die Vitamine drin). Dann ist es eben nicht BARF sondern selbstgekochst. Ist immernoch besser wie FeFu. In jedem Fall besser!
– Natürlich gilt: Wer zahlt, schafft an.
Aber hier hätte man schon vorarbeiten müssen. Es ist die ganze Familie gefragt. Informiert euch vorallem erstmal selbst! Und leitet dieses Wissen dann an die Eltern weiter, dass auch diese im Zweifelsfall nicht dem TA rot für grün abkaufen. Entweder sollten die Eltern die BARF-Infos auch lesen oder das Kind müsste hier Aufklärungsarbeit leisten. Wenn man erklären würden warum es besser ist kein FeFu zu füttern würde hier sicher nicht so bereitwillig umgeschwenkt werden.
Es ist sicher schwer das zu tun, wenn man selbst nicht weiß das solche Empfindlichkeiten (wie oben beschrieben) unter Umständen erstmal normal sein können. Aber daran kann man arbeiten.
– Mein Tipp ist immer: Meldet euch in Foren an! Hundeforen. Lest euch mal in welche ein, schaut wo es konstruktive Hilfe gibt, wo die Leute nicht nur schnippisch zueinander sind und meldet euch an.
Ein bisschen knatsch und auch mal unfreundliche Leute gibt es überall. Aber man kann doch von einer großen Bandbreite an Wissen schöpfen. Jeder weiß ein bisschen was. Manche haben schon mehr Erfahrung sammeln können durch Fehler die sie selbst gemacht haben und manchmal sind sogar richtige Fachleute in den Foren. Oder man gerät sogar an THP o.ä. .
Es gibt aber auch genug Laien die ein äußerst fundiertes Wissen aufweisen. Man kann hier sehr profitieren. Da kann man sich tipps holen wie man nun mit den Eltern umgeht und wie man mit einem Magensensiebelchen umgeht das man mit Fleisch füttern möchte.
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“Wenn ein Hund kein Fleisch verträgt liegt es nicht daran, dass mit dem Futter etwas nicht in Ordnung ist; sondern daran, dass mit dem Hund etwas nicht in Ordnung ist.”

Immer erstmal Unverträglichkeiten oder Krankheiten ausloten. 😉

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Das wahre und traurige “Highlight” in diesem Forum waren jedoch so ein paar Antworten der BARF-Gegner.
Einfach mal wieder nur anti, unfreundlich und überhaupt nicht hilfreich (hier nur ein Screenshot von ein paar Antworten dieser Art):

Meine Kommentare:
– Die Gesundheit des Tieres ist ihr eben nicht egal, sonst würde sie ja nicht fragen was sie machen kann. Außerdem hat sie sich ja schon mal informiert und ist auf BARF ungestiegen. Das ist schon mal ein Anfang gewesen.
– Wir haben hier wieder das klassische “Um Gottes willen! Tu bloß was der TA sagt!”.
Die Halbgötter in weiß…
Aber der TA macht nur was er gelernt hat! Und BARF hat er nicht gelernt!
Er geht den Weg auf dem er geschult wurde! Man muss nicht immer alles glauben, nur weil die studiert haben! Im studium kommt BARF glaub ich gar nicht vor. Wird höchstens erwähnt unter “Fütterungstrend”. Aber gelehrt wird darüber nichts. Der TA rät zu dem was er kennt. Und das ist FeFu. Der Kunde will schließlich irgendeine Art von Rat oder Hilfe. Man darf dann als TA keine Unwissenheit zugeben (oder machen sie zumindest nicht so gern – wer tut das schon?), was würde das für einen Eindruck hinterlassen?
Ist nur nicht im Interesse des Tieres.
– Hätte der TA Ahnung von der Materie hätte er genauer nachgefragt wie und was gefüttert wurde und vorgeschlagen was ich oben erwähnt hatte. Vielleicht könnte man auch mit Slippery Elm (Ulmenrinde) oder Heilerde (die man 1-2 Stunden VOR den Mahlzeiten gibt) was machen. Kommt auf den Fall an. Hier wurde jetzt nur allgemein von Magenproblemen gesprochen. Man müsste rausfinden was diese auslöst.
Aber statt nachzufragen hieß es gleich “oh.. das Fleisch ist dann wohl böse. Lassen Sie das weg!”.
Erinnert mich SO an unseren TA besuch! Bei beiden Hunden hieß es beim kleinsten Problem “Vielleicht verträgt sie kein Fleisch?”. Ehm.. Hallo?? Hund = Fleischfresser! Was sie nicht vertragen haben war FeFu. Das hat unsere Hunde erst so fertig gemacht. Musste die erstmal wieder hochbringen. Und das ging auch mit Darmgeschichten los.

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Aber wenigstens gibt es auch noch wenniger aggressiv-negative Antworten:

Meine Kommentare:
– Richtig! Es gibt Bücher darüber! (sind auf der Litereturseite vermerkt).
– Zum Thema spontane Futterverweigerung bei Umstellung: Manche Hunde wissen schlicht weg nicht das man Fleisch essen kann, riecht es doch so ganz anders als das mit Aromen und Geschmacksverstärkern behaftete FeFu. Es hilft auch hier es entweder mit heißem Wasser kurz vor der Fütterung zu überrbrühen, damit es intensiever riecht ODER eben erstmal kochen/ankochen.
Yuna war erstmal ratlos als sie ihr erstes Stück Hähnchenfleisch bekommen hat. Kann man das essen? Was ist das? Es standen einige Fagezeichen in ihrem Gesicht. Sie hat etwas halbherzig damit herumgespielt und irgendwann gefressen. Der zweite Versuch ging dann schon besser. Sie wusste jetzt das man es fressen kann und es war schneller weg.
Laica hatte Fleisch von Anfang an gut gefressen.
Auch hier zeigt sie wieder das Hunde eben verschieden sind.

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Das war jetzt nur ein kleines Drama von den vielen Dramen die sich bald jeden Tag so, oder so ähnlich, im Netz abspielen. Leute die aggressiv antworten statt versuchen zu helfen und völlig überforderte Anfänger die natürlich erstmal Panik haben.
Versteh ich. War ja auch mal einer davon. Und ich lerne auch jetzt immer noch, nach gut 1 1/2 Jahren.
Aber ich hab das Gefühl es lohnt sich. =)
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