Haltung von Mäusen allgemein (M oder W?, no-go’s, Gehegestandort, Nachwuchs etc)

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Angehende Halter fragen sich oft: “Männchen oder Weibchen?”
Bei Farbäusen sollte die Frage korrekterweise jedoch lauten: “Kastrate, Weibchen oder Kastraten/Weibchen Mischgruppe?”
Und wie verhält man sich wenn man eine schwangere Frabmaus hat?

Auf dieser Seite gehe ich auf die verschiedenen Gruppenzusammenstellungen ein, wieso Bockkhaltung nicht funktioniert, was zu tun ist wenn unverhofft Nachwuchs ins Haus steht und wohin man das Gehege am besten stellt.
➜ Und selbstverständlich auch auf die Maßnahmen mit denen man verhindert das einem unverhofft Nachwuchs ins Haus steht 😉
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Haltung von Mäusen allgemein
1.) Männchen oder Weibchen?
2.) Mäuse auf keinen Fall allein halten!
3.) Bockhaltung funktioniert NICHT!
4.) Plastikteile (wenn kein laufrad von WhodentWheel) gehören NICHT in ein Mäusegehege!
5.) Ein gut gewählter Gehegestandort ist Pflicht!
6.) Behausung der Nasen
7.) Gehegereinigung
8.) Nest – Nestruhe ➜ Nest in Ruhe!
9.) Mäusenachwuchs

Zu Punkt 1: Männchen oder Weibchen?
Egal woher man die Mäuse bekommt, man sollte die Geschlechter kontrollieren oder, sofern man das selbst nicht kann, sie sofort einem mäuseerfahrenen Tierarzt vorstellen der die Geschlechter bestimmt. Man vermeidet so gleich von Anfang an unerwarteten nachwuchs.
Wenn man sich dazu entschlossen hat seine Mäuse aus einer Zoohandlung zu holen sollte man darauf gefasst sein, dass die meisten Weibchen dort (wenn sie ein alter ab 4 Wochen schon überschritten haben) mit 95%tiger Wahrscheinlichkeit bereits schwanger sind. Auch wenn einem 2 Weibchen verkauft wurden und nicht versehentlich ein Bock darunter war, kann es gut sein das bald nachwuchs zu erwarten ist für den man dann ein größeres Gehege bauen muss oder andere Besitzer finden muss.
Dies ist einfach so, weil die Mäuse beim Hobbyvermehrer nicht getrennt gehalten werden. Männchen und Weibchen werden zusammen angeliefert und werden auch in den aller meistens Läden nicht getrennt wenn sie im Verkaufsterrarium landen. (was im wesentlichen damit zusammenhängt das es sowieso niemanden interessiert weil Zoola`s Mäuse eigentlich eher nur als Futter für Reptilien verkaufen und eher weniger als Haustiere).

Bei Farbmäusen spielt es generell keine Rolle ob nur Weibchen oder nur Männchen gehalten werden. Man sollte nur wissen das Männchen ab 4 Wochen anfangen Revierstreitigkeiten aus zu tragen, weil unkastrierte Männchen nicht zusammen gehalten werden können (siehe dazu den Punkt -:¦:- “Bockhaltung funktioniert NICHT”-:¦:- ).
Weiteres/genaueres zur Gruppenkonstellation ist zu lesen unter -:¦:-“Von Böcken, Weibchen, Kastration und Kastrationsquarantäne und Vergesellschaftungen…”-:¦:- .

Zu Punkt 2: Mäuse auf keinen Fall allein halten!
Mäuse sind hochsoziale Tiere und leiden schrecklich unter Einsamkeit/Isolation.
Sie brauchen Artgenossen für ein mäusegerechtes leben.
Samantha & Zoey:
(NOTE: die box in der sie sind ist eine Duna und diente als Quarantäne-Behausung)
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3 Mäuse würde ich als persönliches minimum empfehlen. Wenn mal eine stirbt ist man nicht gleich in Zugzwang um für die vereinzelte maus neue Gesellschaft zu finden.
Selbstverständlich dürfen es auch gerne mehr sein – mehr Mäuse brauchen aber auch mehr Platz. So lange Menge der Mäuse und Gehegegröße in einer gesunden Relation zueinander stehen gibt es da keine Probleme.
Gruppenkonstellationen von Kastraten und Weibchen haben sich als optimal erwiesen (kastraten bringen Ruhe in die Gruppe – bei reinen Weibergruppen ist das zicken-level weseltlich höher).
Hierbei hervorzuheben ist das Wort KASTRATEN!
Männchen müssen kastriert werden und nach der Kastra minimum 4 Wochen Quarantäne absitzen bevor sie zu den Weibchen dürfen, denn erst ab da sind sie garantiert zeugungsunfähig, was heißt: Der Hormonspiegel ist abgesunken und sie sind wirklich zeugungsunfähig.
Gruppenzusammenführungen von sich fremden Mäuse sollten stehts langsam und auf neutralem gebiet durchgeführt werden. später langsam größer setzen und nur Inventar geben (eines pro tag) wenn es ruhig ist und keinen streit gibt (ansonsten noch ein zwei tage länger warten – eine gruppe die sich erst einmal richtig zerstritten hat bekommt man nie wieder zusammen).
Wenn altes inventar später wieder benutzt werden soll, muss es mit Essigwasser abgewaschen und geruchsneutral gemacht werden.

Zu Punkt 3: Bockhaltung funktioniert NICHT!
Hier bei “nicht” wie im Sinne von -absolut nicht-, -gar nicht- & -überhaupt nie im Leben nicht in 99% der Fälle-!
Auch wenn in Zoola`s gerne ahnungslosen Leuten (so wie mir zu Anfang meiner Mäusehaltung) 2 Böckchen verkauft werden ohne den kleinsten Hinweis auf die Folgen, heißt das noch lange nicht das man sie zusammen halten kann.
Farbmausböcke MÜSSEN zwingend kastriert werden, weil es sonst über kurz oder lang Revierkämpfe beginnen. Dies ist ein völlig natürlichs Verhalten bei männlichen Farbmäusen, ist jedoch für die stressempfinglichen Tiere sowie den Halter der die verbissenen und streitenden Tiere am Hals hat gar nicht schön. Denn Böcke zerfleischen sich regelrecht gegenseitig und eines morgens “Hackfleisch” entsorgen zu müssen kann nicht das erklärte Ziel eines Mäusehalters sein.
Ich will keineswegs von der Haltung von Männchen abraten. Ganz im Gegenteil. Kastrierte männliche Farbmäuse sind ruhiger als weibchen und genauso angenehm zu halten. (vorausgesetzt sie sind KASTRIERT und haben ihre “Ausstinkzeit” abgesessen).

Zu Punkt 4: Plastikteile (wenn kein Laufrad von WhodentWheel) gehören NICHT in ein Mäusegehege!
Ein no-go unter den Käfigeinrichtungsgegenständen sind Plastikteile in all ihren Formen und Erscheinungen.
Anders als das Laufrad von WhodentWheel (erhältlich bei z.B. ZooPlus.de), dessen Plastik auf Nagetiere abgestimmt ist und nicht splittert, sind alle anderen Plastikgegenstände aus der Inventarliste zu streichen / aus dem Käfig zu entfernen.
Die Antwort auf die Frage “warum?” liegt auf der Hand für jeden normal denkenden Menschen: Mäuse sind NAGEtiere! Das sollte man in keinem Fall vergessen.
Man muss damit rechnen das alles angenagt wird und die Splitter während des Verdauungsprozesses in den den Darmtrakt gelangen und dort Verletzungen verursachen.
Meine Erfahrung nach jahrelanger Mäusehaltung hat gezeigt: Es wird alles angenagt, sei es auch nur um es zu probieren, aber es passiert irgendwann.

Das Spektrum von dem, was Plastikteile anrichten können, reicht von eben diesen Verletzungen (die durchaus auch tödlich enden können), über Verstopfungen (die tödlich sind) bis hin zu nicht tödlichen inneren Verletzungen die jedoch sehr scherzhaft für die Mäuse sind (und ggf. auch später noch zum Tod führen können).
Natürliche Einrichtungsgegenstände aus Holz, Kokos, Sisal, Gras, Stroh oder Hanfmatten sind in jedem Fall besser geeignet und ganz klar vor zu ziehen.
Plastikhäuschen gehen GAR NICHT. Die Belüftung in den Dingern liegt unter Null (mal vom verschlucken gefährlicher Splitter bei Annagen abgesehen).

Zu Punkt 5: Ein gut gewählter Gehegestandort ist Pflicht!
Folgende Standplätze sind für ein Mäusegehege absolut ungeeignet:
– ein Platz der direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist (zu warm)
– ein Platz neben dem Fernseher/der Stereoanlage (zu laut)
– ein Platz im Kinderzimmer (zu laut – Mäuse sind sowieso keine “Kindertiere”, um gottes willen!)
– ein Platz in einem Keller (zu dunkel, zu feucht)
– ein Platz im freien (zu zugig, zu kalt – Farbmäuse sind nicht so robust wie ihre wilden Vorfahren/Verwandten!)
– ein Platz im Badezimmer (zu feuchte luft)
– ein Platz in der Küche (zu laut, zu viel Geruchsbelästigung für die geruchsempfindlichen mäuse, zu viel dampf vom kochen)
– Ein platz im Dachboden (zu kalt im Winter, zu heiß im Sommer)

Den Mäusekäfig auf den boden zu stellen ist auch eher subobtimal da mäuse sich sehr leich erschrecken wenn ständig etwas “über ihr köpfe” huscht. Sie sind schließlich Beutetiere.
Auf einem Tisch oder anderweitig erhöht stehen die Mäuse eindeutig besser. Sie werden sich auch dort noch oft genug erschrecken wenn sich Mensch (zu unbedacht) nähert.
Beutetier bleibt eben Beutetier und ist schreckhaft – mal abesehen von Mäuse die gelernt haben zu betteln wenn man kommt, denn es könnte ja etwas leckeres geben.

Optimal sind Plätze:
– in Schlafzimmern von jugendlichen, erwachsenen – wenn nicht ständig laute Musik läuft oder sonst krach gemacht wird
– in einem Wohnzimmer in dem in normaler (!) Lautstärke der Fernseher läuft und die Mäuse genügend Abstand zu dem Gerät haben (so weit weg wie möglich).
– in einem Flur in dem es nicht zieht
– in Arbeitszimmern

Das wäre zum Gehegestandort das wichtigste.

Zu Punkt 6: Behausung der Nasen
Die richtige Behausung zu wählen ist schon mal der erste Schritt für eine erfolgreiche Mäusehaltung.
Bei Terrarien ist zu beachten das die Belüftung stimmt. Sie sollten halboffen und mit Belüftungsmöglichkeiten bis ganz nach unten auf den boden gebaut sein (die Amoniakdämpfe des Mäuseurins müssen abziehen können, sonst droht im schlimmsten fall der Tod der kleinen).
Aquarien sind überhaupt nicht geeignet für die Mäusehaltung. Die Luftzirkulation in diesen dingern ist fast gleich null. Mit entsprechendem Umbaut (eine seite rausnehmen und gitter einsetzen) lässt sich dieses Problem allerdings beheben. Wenn man doch gezwungen ist (sei es aus Vergesellschaftungsgründen, Krankheit, Quarantäne oder ähnlichem) ein Aqua zu benutzen, sollte man darauf achten das es nicht höher als breit ist, denn sonst steht die Luft in diesem Behältnis völlig. Auf dauer sind Aquarien aber völlig ungeeignet als Behausung für Mäuse.
Die beste Variante ist immer noch ein Eigenbau/Regalumbau/Schrankumbau den man mit entsprechender eingebauter Belüftungsmöglichkeit prima für Mäuse nehmen kann.

Absolutes NO GO sind “Behausungen” die in Zoohandel angeboten werden. All dieser Käfige sind zu klein, bestehen meist aus Plastik und sind für jeden verantwortungsbewussten Mäusehalter gar nicht erst eine Option.
Ganz ehrlich, diese Käfige sind so klein das sie als Transportbox super wären, als dauerhafte Behausung jedoch eher in die Kategorie “#EpicFail” ein zuordnen sind.
Das sogenannte “Fachpersonal” im Zoo”fach”handel hat in den meisten Fällen nicht die geringste Idee von artgerechter Mäusehaltung und selbst wenn: Das Personal ist angehalten das zu verkaufen was angeboten wird, also wird dem ahnungslosen neuen Mäusebesitzer IMMER ein “Hamsterknast” aufs Auge gedrückt. (was jedoch zum Teil auch dem frischgebackenen Mäusebesitzer anzulasten ist: Hätte man sich zuvor ordentlich informiert über seine neuen Mitbewohner, hätte man über deren Ansprüche und das Mindestmaß einer Behausung bescheid gewusst!)
Die beste Möglichkeit zur Unterbringung der neuen Mäusen ist und bleibt ein Eigenbau!

Man sollte auch aufpassen wenn einem im sogenannten “Fachhandel” statt einem Hamsterknast gleich ein schönes teures Glas-Terrarium aufs Auge gedrückt wird: Zum ersten sind nicht alle Terrarien von der Größe her geignet (Stickwort Mindestmaß des Geheges & Anzahl der Tiere die man hat/halten will) und zum anderen sind nicht alle Terrarien von ihrem grundsätzlichen Aufbau als Unterbringung geeignet selbst WENN sie die Mindestanforderungen in der Größe erfüllen. (Stichwort Belüftung!!).
Abgesehen davon sollte man sich im klaren sein das man ohne etwas handwerkliches Geschick, Einfallsreichtum, Planung und Zeitaufwand das Terrarium zunächst einmal überhaupt gar nicht sofort nutzen kann. Es MUSS zwingend umgebaut werden um eine Artgerechte Umgebung für Farbi`s zu bilden. Auch ist die Befestigung der Einrichtung/Ebene auf Glas ungleich schwieriger.
Holzterrarien wie man sie zum Teil auf Ebay erwerben oder im Internet bestellen kann sind da besser. So fern sie die Mindestmaße erfüllen (im Idealfall sogar größer sind) muss man nur noch mit Sabberlack (zum Thema “Sabberlack, was ist das?” siehe hier unter den Bildern meiner Gehege➜ Mäuseterrarium & Einrichtung) lackieren und Etagen einsetzen. Hier ist wieder Zeit aufzuwenden, Einfallsreichtum ist gefragt und natürlich etwas mehr Geld muss hineingesteckt werden.

Die Gehegegröße für 2 Mäuse im Mindestmaß beträgt 80x60x60 cm (LxBxH). Größer darf es natürlich immer sein.
Hierzu gibt es auch eine sehr interessante und aufschlussreiche Seite die von erfahrenen Mäusehaltern gestaltet wurde.
Dort gibt es einen “Rechner” der einem genau sagt für wie viele Mäuse eine Behausung geeignet ist, oder anders herum, wie groß eine Behausung für Anzahl X von Mäusen sein muss damit es artgerecht ist: Klick it! >> www.mauscalc.de

Ein paar Bilder zum Theme: “Negativ-Käfige”:
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“Hamsterknäste” oder Duna`s sind komplett ungeeingnet zur Unterbringung von Mäusen. Aquarien als Behausung sind schon nicht so toll aber DAS HIER! Photobucket
Mal abgesehen von dem GRÄSSLICHEN Plastikzubehör das dort absolut nicht hinein gehört, diese… nennen wir sie einmal “Unterbringungen” im Verhältnis zur Größe viel zu teuer sind, sind diese Dinger auch noch viiiiieeeel zu klein! Repeat und merke: VIEL ZU KLEIN!
Das einzige was ich zu Duna`s noch anmerken muss (für alle die nicht wissen welches dieser ‘Kästen’ eine Duna ist: Das Bild in der ersten Reihe oben links zeigt eine klassische Duna): Sie sind wunderbar als Transportboxen für größere Gruppen geeingnet, als Quarantäne-Stationen für wenige Wochen (wie z.B. nach der Kastration oder nach dem Erwerb neuer Tiere→Krankheitsquarantäne) und als Zwischenstation während einer VG (ich selbst hab zu diesem Zwecken 3 Duna`s). Als dauerhafte Behausung sind sie jedoch gänzlich ungeeignet. Luftzirkulation ist eigentlich gleich null und sie sind generell zu klein in der Grundfläche. Zu den vergitterten Hamsterknästen ist zu sagen: Zu viel plastik, gefährliche Lackierte Gitterstäbe von denen sich beim Annagen Lacksplitter lösen und VIEL ZU KLEIN! >< Wer auch immer DAS entworfen hat: Das Wohl der Tiere lag diesem Menschen nicht am Herzen. Es sollte schön bunt sein und platzsparend damit es Kindern gefällt und nicht so viel Platz im Kinderzimmer weg nimmt. Mag vielleicht für Eltern praktisch und Kinder schön sein, jedoch bedeutet es für die Tiere ein jämmerliches Dasein in einem “Knast” in dem sie eine lebenslängliche Strafe absitzen müssen.

Wenn schon unbedingt Kaufkäfig dann bitte so…
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…mit eingehaltenen Mindestmaßen und artgerechter, ungefährlicher Einrichtung & Etagen! (bei Gitterkäfigen ist zu beachten das man die Käfige mit den eng zusammenstehenden Gitterstäben nimmt weil sich sonst junge oder kleine Mäuse davon machen)

Zu Punkt 7: Gehegereinigung
Das wichtigste bei der Gehegereinigung: Einen Tageszeitpunkt wählen der der Mäusezeit angemessen ist: Mäuse brauchen ihren schlaf genauso wie menschen. Nur sie schlafen zu anderen Zeiten. Wenn man das Gehege sauber macht sollte man damit erst spät Nachmittags (nach 16:00 Uhr) oder ab dem frühen Abend beginnen. So stört man den schlaf der kleinen am wenigsten und stresst sie nicht unnötig. (ich wiederhole: stress wirkt bei den ohnehin schon kurzlebigen Mäusen lebensverkürzend!)

Dann: So erstaunlich es klingt: Beim saubermachen müssen die Mäuse nicht zwingend aus ihrem Gehege entnommen werden. Das ist eh eigentlich vermeidbarer Stress für die doch sehr revierbezogenen kleinen.
Je nach dem wie die Tür/Öffnung des Geheges liegt, sollte man aber gut aufpassen das die Nasen nicht stiften gehen.

Wenn man zum sauber machen der gewissen Ecken Gehegeinventar herausnehmen muss, sollte man darauf achten das man nicht aus versehen Mäuse mit heraus nimmt. In Kokosnüsse, Tunnel oder ähnliches bitter vorher hinein sehen ob sich dort nicht jemand versteckt. Mäuse haben ein so geringes Gewicht das man oft nicht bemerkt wenn man einen der Bewohner versehentlich aus dem Gehege entfernt.

Auch wichtig: Wenn`s stinkt, nicht noch mehr sauber machen, sondern weniger.
Wenn Mäuse das Gefühl haben ihr Revier riecht nicht mehr nach ihnen markieren sie doppelt so viel nach und es ist nach dem sauber machen (was menschen darunter eben verstehen) innerhalb kürze noch schlimmer als zuvor.
Generell sollte nicht mehr als 50% der alten streu entfernt werden. Somit ist gewährleistet das genug Gruppenduft übrig bleibt und die Nasen nicht wie wild anfangen ihr Revier neu ab zu stecken.
Bei den 50% die man entnimmt sollte man natürlich zuerst die gängigen Pinkelecken entnehmen/auswechseln und dann kann man noch etwas vom Rest raus nehmen.
Bei der reiningung von Etagen sei gesagt: Je nach dem wie dick sie eingestreut sind/eingestreut werden können, kann man alles raus nehmen (wenn`s denn unbedingt sein muss – ist immer besser wenn noch was “altes” übrig bleibt um es unter die neue Streu zu mischen). Man sollte jedoch auf die neue Streu etwas alte eingemiefte streu drüber streuen – eine dünne Schicht genügt -, denn sonst hat man auch hier gleich wieder das Desaster mit dem Nachmarkieren.
GENERELL jedoch: Pinkelecken herausnehmen und den Kot rund um die Futterstellen etwas absammeln reicht normalerweise.
Im Buddelbereich des Geheges sollte man alle paar Monate einmal diese und einmal diesen Fleck erneuern (wieder nur sparsam, damit nicht zu viel Gruppengeruch verloren geht).

Bei der reinigung von Männchen die in “kastrationshaft” sitzen (also auf ihre Kastra warten) sollte man noch weniger sauber machen. Für unkastrierte Männchen ist der Gruppengeruch noch wichtiger wie für Weibchengruppe/Weibchen-Kastraten-Gruppen. Da wirklich nur die Pinkelecken raus (einmal die Woche oder noch seltener) und natürlich schnellstmöglich kastrieren lassen ( 😉 ).
Wenn sie dann kastriert sind sollte man zu Anfang auch sehr wenig sauber machen. Männliche Mäuse verhalten sich am Anfang nach der Kastra immer noch wie “echte” Böcke, also VORSICHT! Sie brauchen ihre Zeit bis zum “Ausstinken” (ca. 1ne Woche, dann kann man wieder etwas mehr sauber machen – aber behutsam!).

Gleiche Vorsicht gilt für Gruppen die in der Vergesellschaftungszeit sind: Der Gruppengeruch muss sich bilden und man sollte ihn auf keinen fall durch arges sauber machen zerstören, denn das kann bei der noch nicht gefestigten gruppe schnell zu streit führen. “Frische” Vergesellschaftungsgruppen sollten genauso sensibel sauber gemacht werden wie unkastrierte Männchen: fast gar nicht und nur das nötigste.

Zum Zeitrahmen: Wenn man sie so also richtig sauber macht, dann kann (je nach Gehegegröße) nur alle 2 Wochen eine 50%tigen Entnahme von alter Streu nötig sein – wenn überhaupt. Bei größeren oder sehr großen Gehegen sogar nur alle 4 Wochen und selbst das nur “portionsweise” (die Pinkelecken eben).
Diese Methode spart nicht nur streu, nein, sie ist auch den Bedürfnissen der Mäuse angepasst. Somit ist beiden Parteien geholfen: Dem mensch “stinkt`s” nicht und die Mäuse haben das Gefühl immer noch in ihrem Revier zu sein.

Zu Punkt 8: Nest – Nestruhe ➜ Nest in Ruhe!
Mäuse bauen gern ein Nest und eigentlich immer wenn man ihnen die Gelegenheit/das Material dafür gibt.
Gänzlich unpassend sind dinge wie Hamsterwatte oder ähnliches was in Zoogeschäften gerne verkauft wird.
Diese Materialien “atmen” nicht, leiten also die Körperabwärme der Mäuse (und die ist in einem Nest durchaus enorm wenn man mal die Hand darüber hält) nicht ab und bieten optimale Lebensbedingen für Pilze, Bakterien und jede Art von anderen krankmachenden Organismen.
Am besten man gibt ihnen eine extra Hand voll Bio-Heu, Stroh und etwas Zellstoff (möglichst wenig bis gar nicht bedrucktes Küchenpapier, Tempo-Taschentücher ohne Aloevera oder ähnlichen Zusätzen). Für den Nestbau sorgen die Mäuse dann ganz allein und es ist wirklich witzig das mit an zu sehen 🙂
Was “verbraucht” oder beschmutzt ist wird dann von den mäuse aussortiert. Ab und an muss man dann neue Zellstofffetzen hineinlegen damit das Nest wieder neu ausgepolstert werden kann.

Mein Lenchen schnapp sich die neuen Zellstoff fetzen.
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Mäusenest errichtet auf der Oberfläche der Buddel-Streu under der untersten Etage. Es besteht aus Heu, Stroh und etwas Küchenpapier (die Mäuse schlafen im inneren dieses Häufchens).
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Auch so kann ein Mäusenest aussehen: Fast nur bestehend aus Zellstofffetzen:
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Mit Heu gefüllte Weidebälle werden von vielen Mäusen gern als sicheres und bereits “gemachtes Nest” angenommen und manchmal noch zusätzlich mit Zellstoffetzen die man ihnen zur Verfügung stellt “ausgestopft”:
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Exotennester aus dem Vogelbedarf erfreuen sich, an der richtigen Stelle und hoch hängend platziert (gefüllt mit Heu und Zellstofffetzen), ebenfalls großer Beliebtheit als Schlafplatz:
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Mäuse haben natürlich ihre Nestruhe wenn Menschen wach sind.
Da Mäuse wechselaktiv sind kann man zwar auch tagsüber immer mal wieder kurz eine der kleinen sehen, aber das heißt nicht, dass sie in eigentlichen Sinne wach sind.
Das Mäuse tagsüber aktiv sind hat nur einen Grund: fressen.
Mäuse sind Dauerausscheider, dass heißt, dass sie darauf angewiesen sind das ihr Darm ständig etwas zu tun hat. Also: Es muss ständiger “durchlauf” herrschen, sonst droht eine Verstopfung (wer Mäuse beobachtet, wird wissen, dass sie eigentlich ständig und immer mal wieder Kot absetzen). Dies ist auch der simple Grund weshalb man Mäuse nicht hungern lassen darf, denn es könnte sie töten. Sie sollten zumindest immer Heu und Wasser zur Verfügung haben, wenn das Körnerfutter nicht immer bereit steht oder mal leer sein sollte. (ich persönlich sorge immer dafür das Heu, Hirsekolben und Wasser vorhanden sind)
Also heißt das: Mäuse trotzdem in ruhe lassen, auch wenn sie herum laufen.

Ich persönlich bin des weiteren auch kein Freund von “Nestgestocher”. Das Nest ist das Heiligtum der Nasen und man sollte die Mäuse auf keinen Fall stören oder ihr Nest zerstören, geschweige denn, darin herum stochern (im schlimmsten Fall wird man gebissen oder in den Finger gezwickt – und das zu recht).
Der Mensch muss sich keineswegs um die Sauberkeit im Nest sorgen. Wenn die Mäuse Heu, Stroh und Zellstoff haben bauen sie sich ihr Nest von ganz allein und halten es auch allein sauber. Verdreckte Elemente werden kurzer Hand von den Mäusen selbstständig “vor die Tür gesetzt” und können dann bei Gelegenheit vom Halter aufgesammelt werden.
Es besteht also von vorne herein kein Grund darin herum zu stochern oder es auf zu machen.
Besonders gilt dies natürlich, wenn die Mäuse Junge bekommen haben: Auf keinen Fall ins Nest spicken! Warten, bis die Jungen von allein heraus kommen! (die Mutter könnte sie aus Angst sonst fressen >>> siehe auch Punkt 9: Mäusenachwuchs).

Etwas anders verhält es sich wenn man mit den Mäusen zum Tierarzt fahren muss: Sollten sie sich im Nest verstecken, was ja sehr wahrscheinlich ist, muss man wohl oder übel auf machen und sie rausfischen. Dies ist aber die absolute Notfallhandlung!

Zu Punkt 9: Mäusenachwuchs
Nachwuchs.
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So sieht ein Mäusebaby mit ca. 2 Wochen aus.

Und so sieht eine trächtige Farbmaus aus:
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(“birnenförmig” verformter Körper)

18 Tage alte Lütten, die das Nest bereits selbstständig verlassen, aber noch von der Mutter umsorgt werden:
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(das sind ein paar der Babies aus meiner Aufzucht)

So. Trächtige Farbmaus. Was nu?
Ob nun gewollt oder “aus versehen” oder “im geheimen mitgekauft” aus der Zoohandlung: Wenn die Kleinen mal unterwegs oder schon da sind sollte man unbedingt ein paar Dinge beachten.

Das wichtigste: Laien sollte niemals selbst versuchen Nachwuchs zu produzieren!
Um gesunde Tiere zu erhalten sollte man sich mit Vererbungslehre und eventuellen Gendefekten der elterlichen “Zuchttiere” auskennen!

Sollte man merken das einem z.B. die Zoohandlung einen Bock und ein Weibchen statt 2 Weibchen angedreht hat, dann das Männchen sofort separieren nachdem es aufgefallen ist! (in den meisten Fällen, wenn die Mäuse das gewisse Alter bereits überschritten haben, ist das Weibchen ohnehin schon schwanger). Auch kann dieser Fall eintreten obwohl einem die Tiere mit dem korrekten Geschlecht verkauft wurden – denn in den seltensten Fällen sind sie in der Zeit die sie zusammen im Zooladen verbracht haben (Männchen & Weibchen) korrekt getrennt.
Bei entdecken des Bocks also den selbigen entfernen und das auch unter allem Umständen bei einem bereits trächtigen Weibchen. Wieso man den Bock auch bei schwangeren Damen nicht drin lässt? Ganz einfach: Mäuse sind direkt nach der Geburt wieder empfängnisbereit und wenn man den Bock dabei lässt, hat man innerhalb von 6 Wochen zwei Würfe! (Man sollte bedenken, dass Mäuse bis zu 20 Junge pro Wurf bekommen können – meist sind es aber zwischen 4 und 10 < worauf man sich jedoch natürlich nicht verlassen sollte!).
Vermeidung unkontrollierter Vermehrung ist hierbei das Schlüsselwort.

Wenn es schon mal so weit ist und man weiß das die Maus schwanger ist: Mäusebabys kommen nach ca. 3 Wochen auf die Welt. Manchmal wenige Tage später, manchmal wenige tage früher.
Der werdenden Mäusemama sieht man ihren Segen erst ab der zweiten Schwangerschaftswoche an. Erst ab da kann man erkennen das sie sich birnenförmig “verformt”. Je nach Anzahl der Babys im inneren mehr oder weniger deutlich.
Schon ab dieser Phase ist darauf zu achten das die Eiweißzufuhr für die Mutter gewährleistet ist. In der Schwangerschaft hat dieses Weibchen einen erhöhten Bedarf was das angeht, da zur Milchproduktion unbedingt Proteine benötigt werden.
Mit Mehlwürmern und Katzentrockenfutter kann man den erhöhten Bedarf recht gut decken.
Hin und wieder ein stück hart gekochtes Ei schadet auch nicht.
Sollte ihr Eiweißhaushalt nicht gedeckt sein, kann es sehr wohl passieren das sie ihre Jungen nach der Geburt in ihrer Not frisst.

Nächster Punkt: STRESS VERMEIDEN!
Nichts tun was das Muttertier in größere Unruhe bringt. Im schlimmsten Fall wirft sie ihre Jungen zu früh.
Gehege sauber machen kurz vor dem Ablauf der 3ten Schwangerschaftswoche. Später dann erst wieder wenn die Jungen mit ca. 2 Wochen das Nest von selbst verlassen (auch wenn`s in der zwischen zeit schon müffelt: da muss man durch!).

—-Dass das Weibchen geworfen hat merkt man, wenn einem am nächsten Tag eine deutlich erschlankte Muttermaus über den weg läuft.—-

Wenn die Jungen erst einmal da sind, dann braucht die Mäusefamilie Ruhe!
Jede Störung, oder Handlungen die die Mutter als Störung empfindet, kann zum auffressen der Jungen führen.
Sollte die Mutter Gefahr für sich oder den Nachwuchs wittern, wird sie ihre Kinder töten und/oder fressen (klingt brutal, ist aber reiner instinktiver Selbstschutz/Schutz der Gruppe – wilde Mäuse machen das genau so).

Also: Mit dem saubermachen zurückhalten und nur händeweise sauber machen (nur schnell Pinkelecken raus nehmen einmal die Woche) + nur zum füttern ans/ins Gehege gehen.

Nach der Geburt: GEDULD!
Natürlich ist es schwer nicht ins Nest zu spicken, aber man sollte der versuchung widerstehen, wenn man nicht will das die Mutter ihre Kinder frisst.
Anfassen der babys ist natürlich auch tabu. Da Mäuse unwahrscheinlich schnell Fremdgeruch annehmen könnte die Mutter sie verstoßen oder töten.
Handaufzucht von Mäusen ist nahezu unmöglich und sehr, sehr selten gelungen bisher. Für Berufstätige oder Schüler ist die schon allein nicht zu bewältigen, weil die Jungen alle 2 Stunden gefüttert werden müssen in der ersten Zeit (das am Tag wie in der Nacht, ohne Ausnahme).
Aber das man die Finger von den Kleinen lässt versteht natürlich eigentlich von selbst, denn das Nest darf nicht und unter keinen Umständen geöffnet werden!

Dann: Geburtsdatum aufschreiben!
Mäuse können mit etwas über 4 Wochen schon geschlechtsrein sein, also sollte die jungen mit 28 Tagen nach Männchen/Weibchen getrennt werden.
Dazu sollte man sich ganz genau den Tag aufschreiben, an dem einem die deutlich erschlankte Mutter begegnet ist (setzt natürlich tägliche Beobachtung voraus!).

Weibchen können bei der Mutter bleiben, die Böcke müssen schnellstmöglich von einem Mäuse erfahrenen Tierarzt kastriert werden (und können ggf. später nach 4 wöchiger Kastrationsquarantäne wieder zur Gruppe hinzu vergesellschaftet werden – wenn man denn den platz hat und willens ist sie zu behalten). Kastration jedoch frühestens bei erreichen des 2ten Lebensmonats!

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