Kastration, Kastrationsquarantäne und Vergesellschaftungen

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Jetzt wird`s wild! *haha* ^^
Der komplizierte Teil der Mäusehaltung bevor man eine harmonische Gruppe hat: Kastrationen, Vergesellschaftungen.
Aber mit der richtigen Methode klappt da schon 😉
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Von Böcken, Weibchen, Kastration, Kastrationsquarantäne und Vergesellschaftungen…

..:*Böcke und Kastration*:..
Sollte man kleine Böckchen aus einem eigenen Wurf haben, müssen diese exakt am 28 Tag nach der Geburt von der Mutter, den weiblichen Geschwister und dem eventuellen Rest der Gruppe getrennt werden.
Mit diesem alter beginnt nämlich die Geschlechtsreife der Männchen!

Ja, wie schon ein paar mal angeschnitten jetzt, funktioniert BOCKHALTUNG nicht.
Böckchen bei Farbis müssen zwingend kastriert werden, ansonsten gibt es tote (Rivalen) im Gehege.
Es sind äußerst seltene Einzelfälle das zwei oder drei Böcke in einem artgerechten Gehege zusammen leben ohne sich gegenseitig zu verbeißen. Dies ist bei 1% der Fälle der Fall (also, dass es klappt mit unkastrierten) und man sollte es in keine Fall ausprobieren.
Nun, wie geht man aber jetzt bei kleine Böckchen oder schon älteren vielleicht schon ausgewachsenen Böcken vor? Man kann sehr wohl zwei Brüder(!) oder zwei Männchen die sich von Anfang an kennen(!) aufnehmen und diese kastrieren lassen sobald sie 30g Körpergewicht haben (oder der TA erfahren genug ist und es sich auch bei jüngeren und leichteren Tieren zutraut zu kastrieren).
Die 30g sind hierbei wichtig wegen der Dosierung der Narkose. bei allem darunter wird es für den TA sehr schwierig und er sollte eine menge Erfahrung in der Dosierung für so kleine Tiere haben.
Außerdem ist zu beachten das die Böcke immer zusammen bleiben. Sie müssen zuvor zusammen gelebt haben, zusammen Transportiert werden und zusammen ins neue Gehege gesetzt werden.

……!!!! ACHTUNG !!!!……
Sie dürfen auf keinen Fall getrennt werden! Nicht für eine Nacht und auch nicht für ein paar Stunden – nicht einmal für eine Stunde.
Einfach gar nicht! (Mäuse nehmen unwahrscheinlich schnell Fremdgeruch an und der einstmals vertraute Bruder/beste Freund ist plötzlich ein Fremder und wird als revierfremdes Tier “empfangen”).

Vor der Kastration ist zu beachten das, vor allem ältere Böcke, eine maximale Grundfläche von 50 x 30 cm zur Verfügung haben und dort darf sich nichts befinden was zu streit führt.
Im Klartext: Das Gehege sollte so gut wie kahl sein.
Im normal fall wird diese Größe mit einer Wasserflasche, eine Futternapf und einem kleinen Häuschen gut vertragen.
Im Extremfall muss auch das Häuschen raus, vielleicht auch der Futternapf (Futter dann lose hinein streuen), sollten sich die Böcke Wiedererwarten nicht vertragen.
Man sollte die Tiere trotzdem gut im Auge behalten. Sobald sie anfangen sich ständig zu zanken (z.B. “kugeln”, was auf Menschen oft wie ein Spiel wirkt, aber bitterer Ernst ist!) und es nicht mehr aufhören sollte ggf. die Grundfläche nochmals verkleinern + schnellstmöglich den Kastrationstermin wahrnehmen. Und eben, wie gesagt, in der Zwischenzeit das Inventar reduzieren.
Sollte trotz mini grundfläche und kahlem Gehege der streit anhalten die streithähne lieber doch trennen bevor sie sich zerbeißen und nach der Kastrationsquarantäne wieder zusammen führen.

Denn…
⇓⇓⇓⇓⇓

……!!!! ACHTUNG !!!!…….
Haben sich zwei Böcke erst einmal dauerhaft zerstirtten verstehen sie sich auch nach der Kastration nicht mehr und beißen sich weiter!
Wenn die Tiere vor der Kastra zusammen bleiben können ist dies extrem von Vorteil! Es ist in diesem Fall von außerordentlicher Wichtigkeit das die Böcke vor, während und nach der Kastra niemals getrennt werden und “klein sitzen” (50×30 cm, ggf noch kleiner um das schlimmste zu verhindern sollte kurz vor der Kastra Streit ausbrechen) wenn sie sich weiterhin verstehen sollen!

Auch sollte man den Männchen schon 2 Wochen vor der Kastration jeden Tag ein paar fetzen Zellstoff ins Gehege legen, damit dieser den Geruch annimmt.
Auch Zellstoff (und vor allem den!) der von den Mäusen aus dem Häuschen geworfen wird weil er angepinkelt ist oder ähnliches in keinem Fall weg werfen!
Alles schön sammeln und in einer Plastiktüte aufbewahren (warum? dazu gleich weiter mehr!)!

Zum Thema sauber machen vor und bis zu 2 Wochen nach der Kastration ist folgendes zu sagen: Es wird definitiv müffeln im kleinen Gehege der Böcke. Es ist einfach Fakt das Böcke viel markieren und sich auch noch einige Zeit nach der Kastra wie “echte” Böcke verhalten (darum lässt es sich nicht vermeiden einen deutlichen “Bockgeruch” in der Luft zu haben).
Dieser Duft mag für uns Menschen nicht so angenehm sein, ist aber für die Böcke/frischen Kastraten ungemein wichtig!
Es ist vordringlich nötig NICHT wie wild sauber zu machen! Man sollte nur einmal in der Woche die Pinkelecken entnehmen. Auf keinen Fall das Gehege mit Desinfektionsmittel reinigen (auch nicht mit anderen stark riechenden Reinigungsmitteln die den Gruppengeruch zerstören) oder die streu vollständig heraus nehmen!
Böcke sind sehr empfindlich was das angeht. Ein Verlust des Gruppengeruchs führt postwendend wieder zu Streit unter den Tieren!

Wenn es dann einmal so weit ist und die Kastration ansteht: Eine Transportbox mit ein bisschen frischem und eingemüffelten Zellstoff darüber (den man zuvor gesammelt hat wie oben erwähnt) ausstatten und auch das gewohnte Häuschen (wenn es noch im Gehege war vor der Kastra) darf mit hinein. Auch ein stück Salatgurke sollte gleich hinein gelegt werden, denn nach der Kastration haben die kleinen Durst! (ein Wassernapf ist logischerweise völlig ungeeignet auf dem Transport).
Dann die Böcke allesamt hineinsetzen und ab mit ihnen zum Tierarzt!

Zuhause sollte das Gehege der noch-Böcke komplett von Kleintierstreu befreit und mit frischen Zellstoff ausgelegt werden (wegen der nicht zu unterschätzenden Infektionsgefahr der OP-wunde!). Auf den frischen Zellstoff dann die zuvor gesammelten eingemüffelten Zellstofffetzen, damit die Jungs nach der Heimkehr von der Kastra nicht in einer für sie neu riechenden Umgebung landen und immer noch ihren Gruppenduft haben. Man sollte deshalb genug Zellstofffetzen sammeln. Also MINDESTENS 2 Wochen vorher anfangen.

Wenn alles gut gegangen ist und man die Kleinen abholt werden sie, je nachdem ob eine Injektionsnarkose oder eine Inhalationsnarkose gemacht wurde, bereits wieder wach sein oder noch im Dämmerschlaf liegen.
Sollte letzteres der Fall sein muss man darauf achten das die Mäuse warm gehalten werden. Am besten geht das mit einer Wärmelampe, WEIL: Mäuse können ihren Wärmehaushalt in Narkose nicht kontrollieren und der kleine Körper kühlt sehr schnell aus!
Darum ist auch darauf zu achten das der Tierarzt Erfahrung hat damit die Kastra so schnell wie möglich über die Bühne gebracht wird.
Ein Kastration steht und fällt mit der Narkose! Auch deshalb sollte der Arzt Erfahrung mit Mäusen haben.
Trotz allem ist es natürlich möglich, dass manche Mäuse die Kastration nicht überleben, dass sollte man immer bedenken.

Zu Hause warten bis die Kleinen wieder einigermaßen fit sind und erst dann umsetzen in ihr Quarantäne-Gehege (das mit der geringen Grundfläche). Erst wenn sie wieder einigermaßen selbstständig und wach sind können sie ihren Wärmehaushalt wieder selbst regulieren.

Bis auf weiteres sollte danach alles so beibehalten werden wie vor der Kastra: Keine zusätzlichen Einrichtungsgegenstände und keine größere Grundfläche!
Die frischen Kastraten müssen auch jetzt noch erst 4 Wochen “ausstinken”, wie man sagt, damit sie mit Weibchen vergesellschaftet werden können. Dies nennt man Kastrationsquarantäne.

……!!!! ACHTUNG !!!!……
Eine Vergesellschaftung von sich fremden Kastraten sollte man mit Bedacht angehen!
Wenn man eine Kastratengrupe hat und fremde hinzu vergesellschaftet kann es bei diesem Versuch geschehen, dass sich auch die bereits bekannten Kastraten so zerstreiten das sie nie mehr zusammen gelassen werden können! Daher ist eine außerordentlich gründliche Beoachtung des Verhaltens am Anfang der Vergesellschaftung dringen nötig (es sei gesagt das eine Vergesellschaftung von Kastraten mit Weibchen wesentlich gefahrloser ist!).
Man sollte auch immer einen plan B haben: Wenn sich die Gruppe beim besten willen nicht versteht, dann sollte man in der Lage sein die Krawallmacher mit ein bis zwei Mäusen (je nach dem wie groß die Gruppe ist) mit denen sie sich problemlos verstehen auszuquartieren. Entweder behält man sie dann als zwei getrennte gruppen oder gibt sie an einen anderen Besitzer weiter.
Allgemein ist eine Vergesellschaftung auch erst nach Ablauf der Kastrationsquarantäne vorzunehmen!!
BITTE NICHT VORHER!
Die Kastraten brauchen ihre 4 Wochen zeit um ihr “Bockverhalten” ablegen zu können. Der Homonspiegel muss erst absinken. Kastraten können noch bis zu 3 wochen nach der Kastration Nachwuchs zeugen!

..:*Weibchen und Weibchengruppen*:..
Ein eher kurzer Punkt.
Weibchen können ohne Probleme zusammen leben. Auch sich zuvor fremde Weibchen können miteinander vergesellschaftet werden, meist ohne Mord und Todschlag (wenn man es richtig macht! – dazu aber später mehr).

Wie bei allen Mäusen kann es natürlich auch bei einer reinen Weibchengruppe 2 geben die sich einfach “nicht grün” sind, sprich, sich einfach nicht ausstehen können – trotz korrekter Vergesellschaftung.

Allgemein sagt man das reine Weibchengruppen unruhiger sind als Kastratengruppen oder gemischte Gruppen.
Und es stimmt auch.
In einem reinen “Weiberzirkus” gibt es mehr Zickereien. In einer gemischten Gruppe sorgen meist die nach der Kastra gemütlich gewordenen Jungs für einen Ruhe bringenden Ausgleich.
Dennoch spricht nichts gegen eine reine Weibchengruppe, man sollte sich nur darauf einstellen das es öfter mal “quiekt”, vor allem wenn die Weibchen noch jung sind.

..:*Gruppenkonstellation und Vergesellschaftungen*:..
Haltung von gemischten Gruppen (Kastraten und Weibchen) kommt der natürlichen Gruppenzusammensetzung am nächsten und ist am harmonischsten.

Wenn man dann Kastraten und Weibchen (oder auch nur Weibchen mit Weibchen) vergesellschaften will gibt es einiges zu beachten.

Zunächst mal sollte klar sein: Jede Vergesellschaftung ist für Mäuse großer Stress (neue Mäuse, neue Umgebung). Darum sollte ein Maus innerhalb ihres Lebens nicht öfter als 3 mal vergesellschaftet werden (wie schon oft gesagt: Stress wirkt bei Mäusen lebensverkürzend!).
Das wichtigste bei einer Vergesellschaftung (VG) ist langsames Vorgehen und genauer beobachten der Tiere.
Wie lange eine VG dauert hängt von der Gruppe ab.
Pauschal sagt man eine VG ist nach 3 Wochen nach eintreffen im Endgehege eigentlich vorbei – zumindest was das Zusammenraufen der Gruppe betrifft.

Hierbei schlüsselt sich der Zeitraum wie folgt auf: Mäuse brauchen 1 Woche bis sie sich an eine neue Umgebung gewöhnt haben und 2 Wochen bis eine Gruppe ihre Rangordnung so geregelt hat, dass es ohne größere Streitereien weiter gehen kann.

Teilweise kann eine VG auch deutlich länger dauern (wenn die Gruppe unruhig ist) und sich über 2 oder 3 Monate hinziehen.
Generell liegt das Mittelmaß jedoch bei 5-6 Wochen. Nach diesem Zeitraum geschieht, bei vorsichtiger und richtiger Vorgehensweise, meist nichts mehr.
Wie lange eine Gruppe wirklich braucht hängt von der Gruppengröße, dem Alter und dem Charakter der einzelnen Mäuse ab.

Weiter im Text:
Sauber machen während einer VG nur sehr vorsichtig!
Die Tiere brauchen ihren Gruppenduft und man sollte die VG nicht durch übermäßiges Streuentfernen gefährden!
Einmal die Woche die schlimmsten Pinkelstellen heraus nehmen ist genug! (auch wenn es müffeln sollte – LASSEN! Dies ist extrem wichtig für die Entwicklung des Gruppenduftes und somit des “wir”-Bewusstseins der Mäuse).

Mit dem sauber machen sollte sowieso erst begonnen werden wenn die Tiere in ihrer Endbehausung angelangt sind (und dann eben seeehr vorsichtig).

……!!!! ACHTUNG !!!!……
Sollte die VG scheitern, schon in frühem Stadium, und die Mäuse sich absolut nicht verstehen; so sollte man einen “Plan B” parat haben.
Ein zweiter Käfig in den man den oder die Unruhestifter einquartieren kann um sie anderen Mäusen zu vergesellschaften ODER mit 1-2 Mäusen der eigentlichen Gruppe mit der die “Terrormaus” sich gut versteht umsetzen.
Gut, es kommt (korrekt vorgenommen) selten vor das sich Mäuse bei einer VG nicht verstehen und auf Dauer nicht grün werden.
Aber nur für den Fall sollte ein Plan B gemacht werden.

Wenn man dann also beginnen will mit der VG geht man wie folgt vor:
– Mit der Vergesellschaftung morgens beginnen, dann sind die Mäuse müde und deshalb nicht so “aggressiv” + sind mehr in Kuschellaune.

– Mäuse in eine Trasportbox (wahlweise: kleines! Aquarium) mit frischer, unverbrauchter und neutralen Streu setzen und sich beschnuppern lassen.
Tische oder ähnliches sind auf keine fall zum Kennenlernen der Mäuse geeignet, da es immer wieder mäuse gibt die aus allen höhen herunter springen (vor allem Jungtiere). Man sollte etwas wählen, wo man die Bande auch allein lassen kann.
– Zur Ausstattung dieses neutralen orts gehört ein stück gurke und lose in die streu gestreutes Futter.
……!!!! ACHTUNG !!!!……
Keine weiteren Gegenstände! Kein Häuschen! Das führt sofort zu Streit/Beißereien der sich noch fremden Mäuse!
– Nach ein paar Stunden wird sich dann ein “Kuschelhaufen” bilden, an dem sich nach und nach alle Mäuse beteiligen sollten.
Das sieht dann so aus:
 photo VG1_2.png
– In dieser Station bleiben die Mäuse mindestens einen Tag. Sollte es bis dahin ohne Zankereien gelaufen sein, und alle schön kuscheln, dann kann man sie am darauf folgenden Tag (wieder morgens) umsetzen in ein kleines Aquarium/eine Duna.
ALTERNATIV kann man auch gleich in einer nicht all zu weitläufigen (das heißt: kleineren) Duna beginnen, nach dem selben Schema: Mäuse beobachten wie sie sich verhalten, kein Inventar geben. Um den Mäusen trotzdem ein Gefühl von Sicherheit zu geben kann man mit einem kleinen Handtuch eine hälfte der Duna abhängen. Man wird dann beobachten können das die Mäuse dann diese Ecke als Schlafecke aussuchen werden (Mäuse schlafen gern dunkel und geschützt).
Vor allem bei größeren Gruppen eignet sich eine Duna besser da, wenn man beispielsweise 10 oder mehr Tiere miteinander vergesellschaftet, es in einer Transportbox ziemlich schnell “etwas” eng wird. Zu beachten ist bei der Duna als erste Station nur, dass die Mäuse eben längere zeit in der Duna verweilen müssen damit sich der Gruppengeruch bildet. Durch die größere Anfangsfläche wird gegenseitiges jagen (in den meisten Fällen) postwendend vorkommen. KEINE SORGE DESWEGEN! Dieses Verhalten ist normal.
Die Duna bereitet man genauso vor die wenn man mit der Transportbox beginnen würde: Wenig streu (maximal 3 cm hoch), Futter lose hinein streuen, Wassernapf.
Zu empfehlen ist es die Gruppe über eine Woche in dieser Duna verweilen zu lassen. Wenn die ersten Tage recht ruhig waren, niemand gebissen wurde und alle lieb miteinander kuscheln kann man vorgehen wie ab Schritt 2 beschrieben. (ab hier auch näheres zum Verhalten der Mäuse während der VG auf einer größeren Fläche wie der Duna)

– … Station 2: Eine Duna oder ein altes Aquarium mit dem Maßen 50 x 30 cm ist hierzu optimal.
– Die eingepinkelte Streu in die wenige Zentimeter hoch eingestreute Duna/das Aqua natürlich mitnehmen!
– Wassernapf/gurke und loses Futter natürlich auch wieder in diese Station mitnehmen.
……!!!! ACHTUNG !!!!……
In dieser Station kann es dazu kommen das sich manche Mäuse kurz jagen (entweder gleich oder auch später), aufgrund des größeren Raums. Dies ist jedoch im normalen Rahmen und gehört zu ihrem natürlichen Verhalten. In einer Transportbox wird dieses Verhalten meist durch das geringe Platzangebot unterdrückt.
So lange das jagen nicht länger als 5 Sekunden dauert und nicht anhält ist es normal. Auch geht das meist mit gequieke einher und hört sich schlimmer an als es eigentlich ist. Wieder: KEINE SORGE DESWEGEN! So lange alle später wieder miteinander kuscheln und niemand gebissen wird ist alles in Ordnung.
– auch in dieser Station sollten die Mäuse mindestens 24 Stunden verbringen. Wenn sie dann ruhig sind, kann man jetzt ein kleines bisschen (wirklich nur wenig) heu anbieten, ggf. auch ein paar einzelne Zellstofffetzen.
……!!!! ACHTUNG !!!!……
Bitte darauf achten das die Gruppe wirklich ruhig und friedlich war! Falls das nicht der Fall sein sollte noch einen Tag warten!
Erfahrungsgemäß ist es auch besser neue Dinge morgens zu geben (das gilt auch für spätere Etagen oder Grundflächenvergrößerungen).
– Es kann aber durchaus sein das es nötig ist die gruppe nochmals etwas länger in dieser Station zu lassen.

– Wenn dann alles nach Plan verläuft und die Gruppe endlich ruhig ist, kann man sie entweder in ein nächst größeres Aquarium/Duna setzen (ca. 80 x 50/60 cm) oder bereits in den Endkäfig mit entsprechender Flächenabtrennung.
– Müffelstreu wieder mit in diese 3. Station nehmen!
– Wenn nach 24 Stunden hier alles ruhig ist kann man etwas mehr heu anbieten, damit die Mäuse sich ein Nest bauen können. Futter kann man zu diesem Zeitpunkt auch schon im Napf anbieten und eine Wasserflasche dazu nehmen.
……!!!! ACHTUNG !!!!……
Dies gilt für alles was neu ins Gehege kommt: Nicht mehr als ein neuer Gegenstand am Tag!

– Wenn alle nach einer Woche recht friedlich in ihrem Heuhaufen zusammen schlafen kann man die Grundfläche vergrößern – jeden Tag ein paar Zentimeter.
(Wenn nur 2 Mäuse vergesellschaftet werden und 80 x 60 cm bereits das Maximum ist kann man mit einem ersten ungefährlichen Inventarteil anfangen – als ungefährlich gelten alle “offenen” Inventarteile, also alles, was keinen eingang hat der sich verteidigen lässt– Weidebrücken, kleine Äste usw.).
– Kurzer streit nach der Grundflächenvergrößerung ist normal! Kann sich auch mehrmals pro nacht recht lautstark äußern. Wieder sollte es aber keine Beißereien geben oder anhaltendes jagen. Ist das der Fall wieder einen schritt zurück (Grundfläche etwas verkleinern) und Mäuse lassen bis sie wieder einen oder zwei Tag ruhig waren. Dann nochmal versuchen.

– Wenn auch her alles nach Plan verläuft kann man jeden Tag ein Inventarteil (mit geringem Streitpotential) ODER etwas mehr Grundfläche geben.
Eines der ersten Inventarteile sollte ein größeres Häuschen mit MEHREREN(!) Ein- und Ausgängen sein! Bei sehr unruhigen/empfindlichen Gruppen tendiere ich dazu das Häuschen (weil “geschlossener” Gegenstand) fast als letztes zu geben.
……!!!! ACHTUNG !!!!……
Alle Teile die ins Gehege kommen sollten neu oder geruchsneutral (gut abgewaschen) sein!
+ Wichtig dabei ist nicht zu schnell Inventar geben.
Auch bei friedlichen Gruppen kann es noch nach 2-3 Monaten zu neuen Streitereien kommen (wenn Mausis sich denken “Ach, SO gut kenn ich die doch noch nicht! *streit*”).
sollte sich das nicht legen wieder schrittweise Inventar entfernen (so viel wie nötig), ggf. auch wieder Grundfläche verkleinern.
Als guter Richtwert hat sich ein abstand von 2 Tagen zwischen jedem neuen Inventarteil und den nächsten erwiesen!
Allgemein, bei richtigem vorgehen, wird es kaum nötig sein die Mäuse nochmal so weit zurück zu setzen. In den aller meisten Fällen verläuft eine VG nach diesem Schema sehr gut und die kleinen Streitereien im 2ten oder 3ten Monat nach der VG sind nicht weiter wild. Jedoch ist dies ein Punkt den man nicht einfach weglassen kann.

Diese gesamte VG Methode ist zwar zeitaufwendig, aber das langsame vergesellschaften ist die Basis für eine spätere stabile Gruppe!
…..!!!! ACHTUNG !!!!……
Nichts aus Ungeduld übereilen!

Trotz allem, aber sehr selten, kann es sein das sich manche Mäuse auf dauer “nicht grün” sind. In diesem Fall sollte man einen Plan B parat haben (zweite Gruppe, zweites Gehege).
Dies ist jedoch nicht der Regelfall und wenn man sich an die langsame VG hält passiert auch nichts.

Mir ist beispielsweise noch nie eine meiner mittlerweile 7 VG`s schief gegangen und ich hatte wirklich schon alles: Bock zu Kastrat, Kastrat zu Kastrat, Kastrat zu Weibchen, Weibchen zu Weibchen, Einzelmaus zu gemischter Gruppe, Einzelmaus zu Einzelmaus. Ich hab das volle programm durch ^^
Meine erste VG war der sehr anstrengend. Ich hatte keine Erfahrung und jedes Geräusch hat mich alarmiert. Wenn ich eine VG durchführe hab ich sowieso die Mäuse immer im Schlafzimmer um sie im Auge zu behalten, darum wurde ich oft in der Nacht wach.
Doch nach der zweiten war alles chill *haha* =) Die Mäuse waren trotzdem manchmal laut aber ich konnte besser schlafen. Zankende Böcke vor der Kastration sind wesentlich nervtötender… ㄱ-ㄱ

TIPP:
Für nachts eine Taschenlampe nebens Bett legen und die Mäuse so platzieren das man schnell vom Bett aus einen Blick rein werfen kann. Dann muss man nicht jedes mal aufstehen und das Licht anmachen.

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