Umgang mit Mäusen

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Es ist immer wieder erstaunlich wie wenig bewandert manche Halter/angehende Halter mit der eigentlich richtigen Umgangsweise ihrer Tiere/zukünftigen Tiere sind.
Mäuse, Ratten und Hamster sind nicht alle das gleiche.
Darum sehe ich es als durchaus angebracht darüber mal etwas mehr zu schreiben. Es sind leider viele Ansichten die schrecklich falsch sind sehr weit verbreitet.

Umgang mit Mäusen
Dieser Punkt liegt mir am meisten am Herzen.

Mäuse sind KEINE Spielzeuge! Sie sind auch keine Knuddeltiere!
Also ständiges rausnehmen aus ihrer Behausung und womöglich noch an einen fremden Platz außerhalb des Geheges setzen ist purer Stress für die Kleinen!
Die aller wenigsten Mäuse wollen (ständig oder allgemein) angefasst werden und da sie sehr revierbezogene Tiere sind haben sie Angst wenn sie aus ihrer gewohnten Umgebung gezerrt werden (schon allein weil Mäuse sehr schlecht sehen/extrem kurzsichtig sind).
Generell gilt: Die Mäusels nur aus ihrem Gehege entfernen wenn es sein MUSS.
Mäuse nur anfassen wenn sie es wollen, also, wenn sie von selbst kommen und sich anfassen lassen! (oder wenn es sein MUSS -> Stichwort Medikamentengabe)

Sobald eine Maus zurückweicht bitte den Wunsch des Tieres respektieren – was natürlich, btw, auch für alle anderen Tiere gilt.

Die meisten Mäuse werden futterzahm, was einfach bedeutet, dass sie kommen und mal nen Kürbiskern oder was anderes aus der Hand des Halters nehmen. Es gibt aber auch Tiere die ihr Leben lang scheu bleiben. Das sollte man dann einfach akzeptieren.
Wenn man Gruppen ab 3 Tieren aufwärts hat, ist aber meistens eine dabei die zutraulicher ist als die anderen und dann auch schon mal den Arm rauf klettert. Es kann dann auch gut sein das die anderen sich mit der Zeit von dieser Maus animieren lassen das nachzumachen.
Es gilt hierbei: Immer die Maus den ersten Schritt machen lassen. Vorallem ist es wichtig LANGSAM vorzugehen. Es kann Wochen oder Monate dauern bis eine Maus zutraulich/zutraulicher wird. Manche Mäuse werden auch niemals handzahm und man sollte das einfach akzeptieren.
Mit “gewaltsamen” Fangaktionen wo die Maus womöglich vorher noch eine Weile lang rumgescheut wird ehe man sie zu fassen kriegt sind ABSOLUT NICHT im Interesse der Tiere. (und zahm werden sie davon auch nicht ㄱ_ㄱ ganz im Gegenteil)

Kontaktaufnahme mit neuen Mäusen sollte grundsätzlich sehr behutsam von statten gehen. Nach einer Eingewöhnungszeit von 3 Tagen kann man vorsichtig versuchen sich den neuen Mitbewohnern anzunähern.

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Hier auch ein paar bilder zum Thema:

Samantah, 3 wochen alt: Lieber erstmal vorsichtig schauen ob das gefährlich ist.
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Samantha, etwas über 1 Jahr alt: Wenn ich dem Gehege nahe komme rennt sie vor mir auf und ab damit ich sie sehe.
Denn Madam erwartet ein Leckerchen von mir ^^ und ich kann bei der Gelegenheit ein schönes Foto von ihr machen! (hat etwas zugelegt seidem sie ein baby war 😉 )
 photo bini_zpsa2eaa935.png

Meine Jade war zurückhaltend, doch so lange sie kontakt zum Gehege hatte traute sie sich:
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Auch ist die Voraussetzung für zahme Tiere natürlich Beschäftigung mit ihnen. Und sei es nur jede Tag abends für eine viertel Stunde die Hand ins Gehege zu halten damit die Mäuse daran schnuppern können (und lernen das die Hand nicht “böse” ist). Man kann auch etwas Futter auf die Hand nehmen, etwas, was die Mäuse gerne mögen. Frisches Gras, Mehlwürmer, etwas Silberhirse…
Wer sich viel mit seinen Tieren beschäftigt und das richtig, wird sicherlich Erfolge erzielen.

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Baylee & Eleni zeigen wie es werden kann: Der richtige Umgang schafft eine Vertrauensbasis…
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…die dem Halter dann bei manchen Gruppen sogar erlaubt problemlos Photos aus der “Feind-Perspektive” zu machen (Mäuse sind Beutetiere somit ist alles was von oben kommt ein potentieller Fressfeind was sich dann meist in flüchtenden Mäuse zeigt):
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Ich kann dazu nur sagen: Diese Gruppe ist meine wirklich unempfindlichste. Mir sind schon früher Photos aus der Vogelperspektive gelungen, aber diese Gruppe interessiert es überhaupt nicht was ich über ihren Köpfen mache, denn so lange es Frauchen ist ist alles okay ;D

Noa sieht sich an was ich in der Hand halte, denn Frauchen bringt immer entweder interessante oder fressbare Sachen mit.
(in diesem Fall war es sogar beides➜ eine Kapok-Schote)
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Ich kann NICHTS in der Hand halten ohne gleich eine Maus daran hängen zu haben ^^

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Ich muss nach allem, auch besonders nach meinen Bildern, nochmal ganz deutlich hervorheben: Mäuse sind Beobachtungstiere und daher nicht zu vergleichen mit Hamstern oder den sehr menschenbezogenen Ratten.

Selbst wenn man mal ein Mäuschen auf der Hand hat heißt es: Nicht vom Gehege entfernen. Die Maus sollte jederzeit die Möglichkeit haben in ihre gewohnte Umgebung zurückzugehen wenn sie das möchte. Mäuse werden sehr schnell nervös wenn sie feststellen das ihre gewohnte Umgebung mit all ihren Gerüchen plötzlich verschwunden ist was wiederum in (unnötigem & vermeidbarem) Stress für die Tiere resultiert.
(Kleiner Tipp für den Transport: In die Transportbox deshalb immer Streu aus dem Gehege mit hinein geben!)

Auf keinen Fall sollte man Mäuse fallen lassen, da sie sehr zerbrechliche Wesen sind. Ein Sturz könnte fatale folgen haben! Auch bereits aus vergleichsweise “geringer” höhe wie 50 Zentimeter. Daher ist auch beim Anfassen der Tiere Feingefühl gefragt. Niemals (!) Mäuse kleinen Kindern in die Hand geben! Um Gottes Willen, allein die Vorstellung lässt mich ohnmächtig werden vor Angst!
Kinder sind recht grobmotorisch in ihrer Natur (je kleiner sie sind desto grobmotorischer sind sie) und können mit so zerbrechlichen Tieren wie kleinen Mäuschen nicht umgehen. Auch neigen Kinder gern mal dazu das was sie auf der Hand haben fallen zu lassen etwa weil die Maus aus Angst gepinkelt hat oder zwickt.
Aber eignetlich sollte das jedem halbwegs erwachsenen Menschen klar sein, doch wollte ich das in jedem fall erwähnen. Es kommt leider zu oft vor das Leute meinen ihrer 4 jährigen Nichte ein kleines Tier auf die Hand setzen zu müssen… ㄱ_ㄱ traurig aber wahr.
Entweder man wartet bis die kinder alt genug sind um zu verstehen wie man mit Mäusen umgeht oder man beschränkt sich lieber gleich auf Tiere die angemessener sind. Die allgmeine Faustregel lautet sowieso: Je kleiner die Kinder sind, desto größer sollte das Haustier sein.

Um jedoch nicht zu weit ab zu schweifen kommen wir wieder auf das eigentliche Theme, den Umgang, zurück.
Auch ohne das Mäuse fallen gelassen werden kann es vorkommen das man sie einfangen muss. Sei es weil sie entwischt sind (manche Mäuse sind Meisterausbrecher!) oder weil man mit ihnen zum Tierarzt muss/Medikamente verabreichen muss.

Wenn man eine Maus einfangen muss und sie in die Hand zwickt, bloß nicht die Hand öffnen oder die Maus fallen lassen! So viel Schmerz muss man dann ertragen können, sonst hüpft der kleine Übeltäter sonst wo hin und/oder verletzt sich schwer beim Sturz/der Flucht.
Auch in jedem Fall das zudrücken der Hand vermeiden. Die Maus nur so weit umschließen wie es nötig ist.
Am besten hält man scheue Mäuse, die zum wegspringen neigen, mit beiden Händen die man zu einer “Kugel” schließt während die Maus von hier nach dort gesetzt wird. Besser wäre es natürlich sie dazu zu bewegen in einer lange Papprolle zu kriechen. Das erspart beiden Parteien stress. JEDOCH sei auch hier ganz klar gesagt: Nicht alle Mäuse lassen sich darauf ein, manchmal muss man sie einfach mit der Kugel-Methode in die Hände nehmen und von hier nach dort transportieren (vorzugsweise in die bereitgestellte Transportbox). Besonders misstrauische oder sehr scheue Tiere werden niemals in eine Papprolle kriechen wenn sie bereits “gerochen” haben das hier etwas nicht stimmt (einige Mäuse haben einen siebten Sinn dafür zu bemerken wenn der Halter sie einfangen will).

Tja, was kann ich noch zum Umgang mit Mäusen sagen?
Ich glaube das wichtigste war das oben genannte. Abschließend kann ich nur sagen: Mäuse sind wechselaktiv.
Sie sind tagsüber schon mal zu sehen, aber meist nicht lang. Die meisten Mäuse starten ihre richtig aktive Phase zwischen 19.30 und 23.00 – hängt ganz von der Gruppe ab.

Man kann etwas Einfluss auf die Aktivitätszeiten nehmen in dem man immer zur selben zeit füttert.
Man wird bald feststellen können, dass Mäuse die jeden Abend z.B. gegen 8 gefüttert werden auch schon etwas vorher parat stehen und auf den Halter warten. (bei meinen klappt das ausgezeichnet ^^)
Das ist auch eine gute Gelegenheit alle durch zu zählen und anzusehen ob sie gesund sind.

Man sollte auf keinen Fall die Mäuse unter Tags wecken oder versuchen sie “umzufunktionieren”, also versuchen sie auf tagaktiv zu drillen.
Das ist purer stress für die Tiere, funktioniert sowieso nicht und sie werden mit Sicherheit ein noch kürzeres Leben haben (stress wirkt bei Mäusen lebensverkürzend!). Warum ich das überhaupt erwähne, wird sich jeder mit ein bisschen Verstand fragen: Ganz einfach weil mir solche Stories schon untergekomen sind. -_- die Dummheit/Ignoranz von manchen Leuten kennt einfach keine Grenzen.

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